Trauerkerze
  In Gedanken ein stiller Gruß für Dich von Herzen. 
  Ein Licht für kleine Engel. 


Trauer ist in unserer Gesellschaft ein Thema, über das nicht gern gesprochen wird. Um Trauernde wird oft ein Bogen gemacht, manchmal aus Unwissenheit und Unsicherheit wie mit Trauernden umgegangen werden kann/soll. Einer trauernden Mutter wird schon eher mit Mitgefühl und Anteilnahme -zumindest eine Zeitlang - begegnet. Doch wie sieht es mit trauernden Vätern aus? Der Mann/ Vater, der in unserer Gesellschaft (immer) noch der Starke sein muss, der sich um alles kümmert, der alles regelt. Tränen? Bei der Bestattung werden sie vielleicht noch als "normal" angesehen. Doch dann kommt sehr schnell der Alltag wieder. Da wartet der Beruf -einer muß ja für den Lebensunterhalt sorgen. Da ist die Mutter, die um ihr geliebtes Kind trauert und aller Fürsorge des Mannes bedarf. Da ist die Gesellschaft, die genau weiß, wie Trauer aussieht und wie lange "man" trauert! Doch wie sieht es im Innern des Vaters aus? Wie geht er mit seiner Trauer, die zweifelsohne in genau dem gleichen Maß da ist wie bei der Mutter, um? Wie hält er den Druck der Umwelt aus? Die vielen "Du mußt"? Wo bekommt er Hilfe und Unterstützung, wo ist Raum für seine Gefühle?

Einem Teil der Fragen geht das 2008 erschienene Buch "Die vergessene Trauer der Väter" von Melanie und Dominik Rihm nach. Als selbst betroffene Eltern machten sie die Erfahrung, dass es zwar Trauerliteratur gibt, doch Bücher, die sich speziell mit Männertrauer befassen, sind noch rar. Das Buch entstand aus den Erfahrungsberichten betroffener Väter. Hier sogar größtenteils von Vätern, die ihre Kinder während der Schwangerschaft, der Geburt oder kurz danach hergeben mußten. Ein (Trauer)Thema, das generell noch fast ein Tabuthema ist. Sätze wie "Es hat ja noch gar nicht richtig gelebt" oder "Ihr seid ja noch jung, Ihr könnt wieder Kinder bekommen" und vor allem im Hinblick auf die Väter "Deine Frau / Freundin braucht dich jetzt verstärkt, kümmere Dich um sie". All diese Sätze mögen zwar gut gemeint sein, hilfreich sind sie nicht. Die Väter, die in diesem Buch zu Wort kommen, erzählen offen und frei über ihre Empfindungen. Mancher auch von dem schwierigen Spagat, für seine Partnerin da sein zu wollen und doch auch für sich selber einen Halt zu suchen. Diesen Halt können sich trauernde Eltern oftmals nicht gegenseitig geben. Jeder wird von eigenen Gefühlen beherrscht, die Partnerschaft steht oftmals vor einer Zerreißprobe. Auch darüber sprechen Väter in diesem Buch. Gedichte, die helfen können, sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen findet man(n) ebenso wie Briefe an die verstorbenen Kinder, die von der Sehnsucht und Liebe und den unerfüllten Träumen vom gemeinsamen Leben handeln.

Hier haben wir ein Buch, das Hilfestellung für viele bringt. Väter erfahren wie andere Männer den Tod ihrer Kinder zu bewältigen versuchen und dass sich Trauer auf vielfältige Art äußert. Mütter bekommen Einblick in die Seelen und Gefühlswelt trauernder Väter.

Auch Begleitenden kann dieses Buch mit dem ansprechenden Titelbild, das ein herausgenommenes Puzzleteil aus dem Ganzen zeigt, sehr hilfreich sein. Das Puzzleteil ist nicht weg, es liegt ein Stückchen daneben und jeder kann sehen, es gehört immer noch dazu.

Dieses Buch weckt Verständnis für Väter, die zusammen mit ihren Partnerinnen und ihrem ganzen Umfeld lernen müssen, ihr Leben weiter zu leben - ein Leben ohne ihr geliebtes Kind.

Inge Morassi, Mai 2009

Melanie und Dominik Rihm

Die vergessene Trauer der Väter

Broschiert: 280 Seiten

Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (6. Juni 2008)

ISBN-10: 3837047474

ISBN-13: 978-3837047479

€ 15,40

 

 

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