Trauerkerze
  In Gedanken ein stiller Gruß für Dich von Herzen. 
  Ein Licht für kleine Engel. 

Psychologen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg korrigieren mit einer aktuellen Studie einige gängige Vorstellungen vom Trauern.

Wie reagieren Menschen auf den Tod eines geliebten Angehörigen? Wie bewältigen sie den Verlust und wie verläuft ihre Trauer? Und wie lange dauert es, bis das Schlimmste überwunden ist? Antworten auf diese Fragen suchten Psychologen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in einer aktuellen Studie mit mehr als 500 Teilnehmern. Anhand eines Fragebogens beschrieben die Betroffenen – die meisten von ihnen verwitwet oder verwaiste Eltern – ihr Erleben nach dem Verlust.

Deutliche Veränderungen in den ersten Jahren

Ein wichtiger Aspekt war für die Forscher die Dauer des Trauerprozesses. Es zeigten sich vor allem während der ersten zweieinhalb Jahre nach dem Todesfall deutliche Veränderungen: Innerhalb des ersten Jahres nahmen Beeinträchtigungen durch unangenehme Gedanken und Gefühle einerseits und das Empfinden der Nähe zu der verstorbenen Person andererseits stark an Intensität zu. Ähnlich stark verlief dann die Abnahme dieser Intensität während der folgenden zwölf bis 18 Monate. Auf längere Sicht, das heißt, über den Zeitraum von drei Jahren hinaus, ließen sowohl die Beeinträchtigungen als auch das Empfinden der Nähe zur verstorbenen Person beständig nach.

Zeit lindert den Schmerz der Trauer

Trauern, so schließen die Forscher, sei demnach langwieriger als häufig angenommen – und nicht nach wenigen Monaten oder etwa nach dem traditionellen Trauerjahr abgeschlossen. Erst im zweiten Jahr nach dem Verlust entscheide sich, ob die Beeinträchtigungen abnähmen oder auf hohem Niveau bestehen blieben, ob also ein normaler Bewältigungsprozess oder behandlungsbedürftiges Trauern vorliege. Für die Diagnose einer anhaltenden komplexen Trauerreaktion sei dies von eminenter Bedeutung. Generell schienen Frauen stärker unter dem Verlust einer nahen Bezugsperson zu leiden als Männer.

 

Persönliches Wachstum durch Verlust

Ein weiteres Ergebnis: Schuldgefühle blieben langfristig nahezu unverändert auf einem mittleren Intensitätsniveau. Allerdings war Trauern auch mit persönlichem Wachstum verbunden, das von den Betroffenen rückblickend positiv erlebt wurde. So nahmen während des Trauerprozesses positive Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten ebenso zu wie die Fähigkeit zur Anteilnahme und zum Mitgefühl mit anderen Menschen. Dieser Trend blieb auch mehr als zehn Jahre nach dem Verlust erhalten.

Literatur

Wittkowski, J. & Scheuchenpflug, R. (2015). Zum Verlauf „normalen“ Trauerns. Verlusterleben in Abhängigkeit von seiner Dauer. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 23, 169-176.

23. Februar 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Annika Strupkus

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