Trauerkerze
  In Gedanken ein stiller Gruß für Dich von Herzen. 
  Ein Licht für kleine Engel. 

Ich habe ein Baby verloren ... Warum so viele Frauen ihre Fehlgeburten verschweigen und was den Eltern von Sternenkindern helfen kann.

„Mein Baby war nur ein kleiner Punkt auf dem Ultraschall. Drei Wochen lang wusste ich, dass ich schwanger bin. Ich habe mich so sehr auf mein Baby gefreut, ich bin fast geplatzt vor Glück, als ich meinem Mann sagen konnte, dass wir eine Familie werden... Doch dann kamen die Blutungen. Ich habe mein Baby verloren. Monatelang habe ich mich wie betäubt gefühlt, ich war unfähig, am normalen Leben teilzunehmen. Alles kam mir so belanglos vor, ständig standen mir die Tränen in den Augen. Ich werde mein Kind immer vermissen, auch wenn es nur ganz kurze Zeit bei mir war.“

 

Quälende Fragen nach der Fehlgeburt

Warum? Was habe ich falsch gemacht? Hätten wir es verhindern können?

Diese und viele andere Fragen quälen die meisten Frauen und Männer, die eine Fehlgeburt (Abort) erleben mussten. Für Betroffene ist es wenig tröstend, dass vor allem zu Beginn der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch ist. Trotzdem gehen natürlich alle hoffnungsvoll davon aus, dass ihnen dieses Schicksal erspart bleibt. Und dann der Schock, wenn es einen völlig unvermittelt doch trifft und alle Träume von diesem Kind plötzlich zerplatzen. 

Nach der Fehlgeburt beginnt für viele eine schwierige Zeit, in der sie ihr ganz persönliches Schicksal verkraften und den Verlust jetzt irgendwie in ihr Leben integrieren müssen. Dabei bleiben viele mit dem Erlebten nahezu allein, obwohl so viele betroffen und traurig sind.

Familientherapeutin Marthe Kniep erklärt, wie groß die Betroffenheit ist und wo es Hilfe für trauernde Eltern gibt.

 

So viele Frauen verschweigen ihre verlorenen Babys

Umso unverständlicher scheint es, dass auch heute noch Frauen bei der ersten Fehlgeburt denken, sie seien die Einzigen weit und breit, die dieses Schicksal getroffen hat. Gehen diese Frauen mit ihrer Erfahrung nach außen, sind sie dann oft sehr erstaunt, wie viele in ihrem Umfeld hierzu aus eigener Erfahrung sprechen können.

Du auch? Echt. Wann denn? Du hast gar nichts gesagt damals! So oder ähnlich laufen viele Gespräche zwischen Betroffenen ab, wenn sie Mut und Vertrauen finden, über das Erlebte zu sprechen. Es ist die eigene Trauer, die Scham, die Angst vor Vorwürfen oder intimen Fragen, weswegen viele das Erlebte lieber mit sich oder als Paar unter sich ausmachen. Auch die Angst vor der Trauer der anderen als zusätzliche Belastung ist groß. Und so bewahren viele Menschen den Verlust einsam in ihrem Herzen. In der Hoffnung, dass der Schmerz eines Tages nachlässt. Dabei kann es sehr hilfreich sein, sich ausgewählten Personen zu öffnen. Zum Beispiel anderen Betroffenen gegenüber.

Entlastung im Gespräch mit Betroffenen!

Oft ist es sehr entlastend von anderen Betroffenen zu hören, dass sie auch extrem traurig waren, selbst wenn die Schwangerschaft ganz früh abgebrochen ist. Doch auch, wenn es noch ein kaum erkennbarer kleiner Mensch war, von dem sich eine Schwangere und der eben noch werdende Vater verabschieden müssen, ist es für die allermeisten traurig. Schließlich wissen viele heute schon früh von ihrer Schwangerschaft und entwickeln ein Gefühl, eine Bindung zum Ungeborenen. Die Anerkennung dessen von außen und vor einem selbst ist für die Verarbeitung der Trauer wichtig.  

Betroffene untereinander erleben auch großes Verständnis für die belastenden Gefühle, wenn sie anderen berichten mussten, dass es doch „nichts geworden“ ist mit dem Kind. Bei den eigenen Eltern, bei Freunden und am Arbeitsplatz. Immer wieder davon zu erzählen ist für viele der Horror!

Daher macht es wirklich Sinn, wenigstens die ersten drei Monate den Kreis der Eingeweihten klein zu halten. Zum einen, weil ab dann das Risiko einer Fehlgeburt deutlich sinkt. Zum anderen, weil die Umwelt auf die Nachricht eines frühen Abortes nicht selten unbeholfen, unsensibel oder gar extrem verletzend reagiert.  

Baby verloren: Gründe für Fehlgeburten

Vorwürfe von Angehörigen, man habe nicht gut genug auf sich aufgepasst oder irgendetwas im Vorfeld versäumt, treffen trauernde Eltern meist besonders hart. Denn sie quälen sich oft schon selbst genug mit Schuldgefühlen durch Selbstvorwürfe. Dabei ist häufig der Grund für die Fehlgeburt gar nicht auszumachen.

Es kann an genetischen Defekten des Embryos gelegen haben, an Fehlbildungen oder Infektionen der Gebärmutter oder des Mutterkuchens, Gebärmutterhalsschwäche, hormonellen Störungen, Blutgruppenunverträglichkeiten, Drogen und Medikamentenmissbrauch, Myomen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Beim Mann können Missbildungen des Spermas oder ebenfalls genetische Störungen zu einem Abort beitragen. Doch es ist einfach nicht immer auszumachen, was genau der Grund war.

Auch frühe Abbrüche anerkennen!

Bei einer Frühgeburt spricht man von einem Embryo oder nicht lebensfähigem Fötus unter 500 Gramm. In Deutschland gibt es für sie keine standesamtliche Meldepflicht. Lange lag darin ein Beigeschmack von: Das hat noch nicht als richtiges Leben gezählt. Und solche Kommentare müssen sich tatsächlich immer wieder Betroffene anhören. Dabei steht es niemandem zu, darüber zu urteilen, als wie traurig und tragisch eine Fehlgeburt individuell erlebt wird. Egal, in welcher SSW sie passiert ist!

Seit Mai 2013 gibt es aber immerhin bei Vorlage entsprechender Nachweise auf Antrag eine standesamtliche Bescheinigung für diese Kinder. Zum Glück öffnet sich unsere Gesellschaft zunehmend diesem Thema, sodass immer mehr Menschen die Trauer Betroffener nach Fehlgeburten sehen und achten können. Und es gibt immer mehr Menschen, die auf unterschiedliche Weise verwaisten Eltern bzw. Sternenkindeltern zur Seite stehen.

Nach der Fehlgeburt: Helfer in der Trauer

Viele Frauen wissen nicht, dass sie auch bei einem Abort Hebammenbetreuung in Anspruch nehmen können. Die Fachkräfte sind darin ausgebildet, den Frauen jetzt Antworten auf alle Fragen zu ihrem Körper und auch zu Folgeschwangerschaften nach einer Fehlgeburt zu beantworten. Und auch, um über ihre oft ambivalenten Gefühle dazu sprechen zu können.  

In den Krankenhäusern wird ebenfalls zunehmend sensibel auf trauernde Eltern nach einer Fehlgeburt eingegangen und Patienten darin unterstützt, würdig Abschied zu nehmen. Seelsorger sind auch häufig zur Stelle, um dem Verlust in der Klinik angemessenen Raum zu geben.

Gute Erfahrungen machen viele Betroffene auch mit der Unterstützung des Trauerprozesses in einer Psychotherapie. Vor allem die Systemische Familientherapie hat im Blick, wie der Verlust für die ganze Familie und auch für Nachfolgeschwangerschaften angeschaut werden sollte, damit es eines Tages für alle im Leben gut weiter gehen kann.

Die Auswahl der Menschen, mit denen sie dieses Erlebte teilen wollen, sollte auf jeden Fall wohl überlegt sein. Denn gerade jetzt brauchen sie die Anerkennung ihres Schmerzes und die maximale Sensibilität anderer.

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Quelle:wunderweib

Sernenkinder.info  Ein kleiner Engel kam, lächelte und kehrte um...

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