Insbesondere in der Zeit unmittelbar nach unserem Verlust habe ich sehr viel gelesen. Ich habe gesucht nach Sprüchen, Gedichten oder Geschichten, durch die ich getröstet wurde oder weinen konnte...  Sie kennen weitere Gedichte, die hier noch fehlen? Dann können Sie diese gerne per Kontakt an mich schicken und ich füge sie hier ein.

Mein Kind stirbt

Immer wieder geraten wir in Situationen, bei denen wir warten müssen.

Auf einen wichtigen Brief von der Arbeit, im Wartezimmer beim Arzt, auf den Bus oder den Zug.
Eigentlich besteht unser ganzes Leben daraus auf etwas warten zu müssen.
Ich erinnere mich heute noch, wie ich auf meinen 10. Geburtstag gewartet habe.
Wie schrecklich aufgeregt ich War.

Eigentlich kann man sagen, dass die schlimmste Folter für einen Menschen das warten ist.
Wird jemand zum Tode verurteilt, so ist eigentlich nicht seine Strafe der Tod, sondern das warten auf seinen Tod.

Ich warte nun auch. Noch nicht sehr lange. Gerade mal 4 Tage.
In meinem leben war noch nie ein Gefühl oder eine Situation schlimmer als diese.
Seid 4 Tagen warte ich auf den Tod meines ungeborenen Kindes.
Seid 4 Tagen, weiß ich, dass mein Kind sterben wird, nur weiß ich nicht wann.

Solange er mich tritt und sich bewegt ist er noch am leben, doch sobald ich einen halben Tag nichts mehr von ihm spüre stellt sich mir die frage: ist es jetzt soweit?
Und dann, dann tritt er mich wieder.
Es ist, als hätte ich mein eigenes Todesurteil ausgesprochen bekommen.

Es zerreißt mich, bringt mich um, jeden tag ein Stückchen mehr.
Nicht allein die Tatsache, dass er stirbt, nein das warten wann es denn passiert.
Jeden Morgen wache ich auf und die erste Frage die ich mir stelle ist:
Geschieht es heute oder doch erst in 3 Monaten.

Wieso? Wieso muss ich das durchmachen? Reicht es nicht, dass mein
Kind stirbt? Muss ich jetzt auch noch jeden einzelnen Tag bis zu seinem Tod durch die Hölle gehen?

6 ganze Monate habe ich auf mein liebes Kind gewartet. Zuerst auf sein Geschlecht, dann auf seinen ersten tritt. Die Aufregung stieg und stieg.
Szenarien mit meinem kleinen Jungen gingen mir durch den Kopf, wie wir irgendwann auf einem Spielplatz spielen würden.
Wie ich ihm erzählen würde das, dass wichtigste sei man selbst zu bleiben.
Doch jetzt lerne ich, das wichtigste scheint zu sein Geduld zu haben.
Ist es fair geduldig auf den Tod warten zu müssen?
Ich warte Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde, tritt für tritt.
Und mit jedem Tag verliere ich ein Stückchen mehr meiner Seele in mir.
Mein Kind stirbt, nur wann?

 

Verfasser: Mutter eines Sternenkindes

Sernenkinder.info  Ein kleiner Engel kam, lächelte und kehrte um...

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